Berninapass / Passo del Bernina

Der Berninapass (ital. Passo del Bernina) ist ein Alpenpass im Schweizer Kanton Graubünden. Mit einer Scheitelhöhe von 2’328 m verbindet er das Engadin im Norden mit dem Puschlav und dem italienischen Veltlin im Süden. Die Luftdistanz zu den Passfussorten beträgt 13 km bis Pontresina (auf 1805 m gelegen), aber nur 8 km bis San Carlo di Poschiavo (1093 m).

An der Passhöhe liegen das Hospiz Ospizio Bernina und zwei Seen: der nach Norden abfliessende Lej Nair gehört zum Einzugsgebiet des Inn, der Lago Bianco jedoch zum Einzugsbereich des Po – hier verläuft die europäische Hauptwasserscheide zwischen dem Schwarzen Meer und der Adria und auch die Grenze zwischen rätoromanischem und italienischem Sprachgebiet.

Der Bernina stellt eine jahrtausendealte Verbindung der ebenfalls jahrtausendealten Kulturlandschaften des Oberen Engadins um St. Moritz mit dem Veltlin dar. So wurden nicht nur in St. Moritz zahlreiche Funde gemacht, die bis in die Bronzezeit datieren, sondern auch auf der anderen Seite des Bernina im Veltlin. Unter anderen fand man bei Teglio, dem römischen Tillium, welches wahrscheinlich dem Veltlin, dem Val Tillium, seinen Namen gab, zahlreiche steinzeitliche Menhire mit rätselhaften Ritzzeichnungen, wie man sie in großen Teilen Europas fand. Aus solchen Funden kann geschlossen werden, dass es schon in vorhistorischer Zeit einen Passverkehr über den Bernina gab, der in römischer Zeit auch noch anwuchs. Dennoch gehörte der Bernina nie so recht zu den wichtigen Pässen. Der Aufstieg begann erst im hohen Mittelalter, im späten Mittelalter errang der Pass tatsächlich eine gewisse Bedeutung für den Handel. Dennoch stand der Bernina immer im Schatten benachbarter Pässe wie des Malojas oder Ofenpasses.

Route und Text: Werner Feichtlbauer

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