Mazda 3 Skyactiv-X im Test

Die (R)Evolution

Wieder ist es Mazda, der relativ kleine Hersteller, der etwas serienreif auf den Markt bringt, an dem andere nicht weiter gekommen sind. Jetzt ist es der Benziner mit Kompressionszündung, der extrem effizient sein soll und die Vorteile von Diesel und Benzin in einer Maschine vereint. Die Sparsamkeit des Diesels und die Spritzigkeit des Benziners mit geringen Emissionen und bei den Emissionen geht es hauptsächlich um die Stickoxide. Die kontrolliere (fast) Selbstzündung funktioniert bei relativ niedrigen Temperaturen mit einem extrem mageren und homogenen Gemisch. Dabei erreicht der Skyactiv-X die Abgasnorm EURO 6d ohne spezielle Abgasbehandlung, aber mit einem Partikelfilter.

Fast Selbstzündung nenne ich es, weil doch eine Zündkerze je Zylinder eingebaut ist und damit sind wir bei dem Kürzel „SPCCI“ – Spark Controlled Compression Ignition. Zungenbrecherisch – es heißt, dass mit einer Zündkerze und einem winzigen Tropfen Sprit an der richtigen Stelle eine ganz kleine Explosion erzeugt wird, die den Druck im Brennraum so weit erhöht, dass der große Rest des Gemisches sehr homogen und sauber verbrennt. Und das funktioniert in einem sehr breiten Drehzahlbereich. Lediglich im Schubbetrieb und bei sehr hohen Drehzahlen läuft der Motor im „normalen Lambda 1-Betrieb“. Als Fahrer kann man sich jederzeit über die aktuelle Betriebsart informieren lassen, weil man die Änderung sonst nicht mitbekommen würde.

Damit aber schon genug von der Technik, denn wie fällt die revolutionäre Technik im Alltag auf? Zum Glück gar nicht oder maximal an der Tankstelle. Es ist trotz eines Kompressors von der Charakteristik eher ein Saugmotor. Funktioniert fein, geht gut, macht Spaß, ist unauffällig und unaufgeregt. Wer jetzt glaubt, dass der Skyactiv-X mit 180PS mit dem Skyactiv-G184 aus dem MX-5 vergleichbar wäre, der irrt. Der Skyactiv-X hat eine ganz andere Charakteristik und ist wesentlich weniger quirlig als der Motor aus dem MX-5. Er hat zwar mehr Drehmoment, aber ist weniger drehfreudig und trotzdem definitiv kein Spaßkiller – nur eben anders.

Er dreht schön hoch und bleibt über weite Strecken leise. Nur ganz oben im Drehzahlband wird er etwas lauter, aber das ganze Auto bleibt angenehm leise. Bei einer entspannten Überlandfahrt war ich ganz überrascht, weil das lauteste Geräusch im Auto die Hände am Lenkrad erzeugten. Well done Mazda!

Design

Ich finde das Design des Mazda 3 sehr gelungen und die mancherorts bekrittelte C-Säule ist in Natura plötzlich nicht so auffällig. Was auch daran liegen könnte, dass sehr viele andere moderne Autos ebenfalls eine starke C-Säule tragen. Aus meiner Sicht – viel Wind um nichts. Der 3er wirkt von vorne flacher und breiter als er ist und das kommt von den schmalen LED-Scheinwerfern. Er ist auf jeden Fall ein auffälliges Auto im Stadtverkehr.

Es gibt 2 Karosserievarianten – den 5-Türer, den ich fahren konnte und den wunderschönen Sedan. Einfach mal ansehen.

Die Inneren Werte sind aber auch nicht ohne. Das Cockpit ist sehr aufgeräumt, kommt mit wenigen Knöpfen aus und die Materialien wirken sehr wertig. Mit dabei auch mein absoluter Lieblingsknopf, der die famose Lenkradheizung aktiviert. Ich liebe dieses Feature!

Preis und Wert

Der Testwagen war mit allem ausgestattet, das Mazda im 3er anbietet und das liest sich dann so in der Beschreibung: MAZDA3/SKYACTIV-X180/AWD/GT+/SOUND/PREMIUM/TECH

  • Skyactiv-X 180PS
  • Allradantrieb
  • Ausstattung GT+
  • Tech Paket
  • Premium Paket
  • Sound Paket
  • 18“ Räder
  • Soul Rot Crystal Metallic

Den Inhalt der Pakete bitte auf der Mazda-Website nachlesen – die Ausstattung ist wirklich üppig!

Und am Ende steht ein Preis von € 35.320,00 für den Testwagen. Viel Geld, aber trotzdem ein preiswertes Angebot, wenn man die Ausstattung mit Mitbewerbern vergleicht.

Die Preisspanne für den Mazda 3 reicht von € 23.900,- bis über € 35.000,-. Also für jedes Budget etwas vorhanden.

Ausstattung und Helfer

Jetzt aber zur Vollausstattung – das Headup-Display ist vom Feinsten. Bei anderen Mazda-Modellen konnte ich das „HUD-Light“ mit der versenkbaren Plastikscheibe probieren und empfinde das schon als gut, aber das „große“ HUD mit der Projektion direkt in die Windschutzscheibe ist eine andere Welt. Es ist immer super zu sehen und bietet viel Information. Einzig die automatische Helligkeitsregelung war bei manchen Lichtsituation nicht optimal.

Die diversen Helfer funktionieren wunderbar und sind teilweise auch sehr hilfreich. Der Spurwechselassistent mit den dezenten Signallampen in den Außenspiegeln ist ein Segen, adaptive Tempomat grad auf der Autobahn eine feine Sache und so weiter. Das Schöne ist, dass es trotz der weitgehenden Perfektion auch noch Platz für Verbesserungen gibt – der Assistent für die Verkehrszeichenerkennung ist ein Schelm, der für Unterhaltung sorgen will und manchmal höchst kreative Geschwindigkeitsbeschränkungen erkennt. 10km/h obwohl 50 erlaubt sind, oder 90 trotz 50er Beschränkung, aber die Spitze war 130 mitten in der Stadt. Einfach das Ding nicht ganz ernst nehmen und alles ist gut. Aber da bitte in der Software ein wenig nacharbeiten.

Den Kofferraum empfinde ich als groß, aber da bin ich als MX-5 Fahrer wohl nicht der richtige Maßstab. Er soll 351l groß sein und mit umgelegten Sitzen sind es sogar 1206l. Unser Wochenendeinkauf ist fast verschwunden. Ok, das ist übertrieben, aber er ist sehr groß.

Auf das Bild klicken, um den Kofferraum befüllt zu sehen

Vorne sitze ich wunderbar und die elektrischen Sitze kann ich perfekt einstellen. Wenn man den 3er beherzt durch die Kurven jagt (ja, auch das kann er) würde ich mir eine Spur mehr Seitenhalt wünschen. Der Einstieg vorne ist bequem.

Auch hinten sitzt man sehr gut. Ich bin 187cm lang und „Vollschlank“ und könnte auch hinter mir sitzen. Eine Tagesreise würde ich mir auf diesem Platz zwar nicht wünschen, aber es ist ausreichend. Uschi mit 161cm empfindet es hinten natürlich ganz anders. Sie hat jede Mende Platz und auch der Einstieg hinten ist für die überhaupt kein Problem, während ich den Kopf schon ziemlich einziehen muss. Innen passt es, aber der Türausschnitt ist für große Menschen niedrig angesetzt. Dafür schaut die Karosserie aber auch richtig fesch aus.

Und wie fährt er sich?

Um es kurz zu machen – ganz normal. Oft wurde schon geschrieben, dass die 180PS nicht zu bemerken wären. Sie sind einfach unauffällig verpackt, weil der Motor nicht so quirlig ist, wie in sich manche wünschen würden. Der Skyactive-X ist sicher kein „kleiner MPS“, sondern ein ganz hervorragender Gleiter der auch entschleunigen wirken kann. Meine größte Herausforderung sah ich darin den Spritverbrauch in die Nähe des Prospektwertes zu bringen und da war ich zu Beginn ein wenig enttäuscht, aber fand heraus, dass es an mir liegt und das Auto sehr wohl sehr sparsam zu fahren ist. Mit jedem Testtag war ich effizienter, aber nicht langsamer, unterwegs. Am Ende hatte ich einige Werte ermittelt:

  • gemütliche Überlandfahrt – 5,5l/100km
  • flotte Überlandfahrt in bergigem Gelände mit Spaß gefahren – 6,4 l/100km
  • Stadt mit wenig Stop/Go – 6,4 l/100km
  • Stadt mit viel Stop/Go-Verkehr– 7,8 l/100km

Die Werte laut WLTP für den Skyactiv-X mit 18“-Felgen sind:

  • Low (Stadt): 7,8
  • Med (Stadt mit Geschw. bis über 76 km/h): 6,1
  • High (Überland mit Geschw. bis ca. 100 km/h): 5,3
  • Extra High (Mit Geschw. bis über 130 km/h): 6,4

Ich finde, dass dies ganz ordentlich ist für ein Auto mit Allradantrieb und wie ich auch selbst bemerkt habe, ich wurde im Stadtverkehr immer sparsamer. Ich denke auch, dass man diese Werte noch unterbieten kann, aber natürlich auch überbieten! Auch mir „gelangen“ einzelne Fahrten mit einem höheren Verbrauch, aber da war ich definitiv nicht auf Sparsamkeit getrimmt.

persönliches Fazit

Im Alltag empfinde ich den 3er als sehr angenehmes Fahrzeug, sowohl in der Stadt, wie auch über Land. Er ist leise, schön zu fahren und eignet sich sehr gut auch als Reiseauto. Für 2 Personen sowieso und für eine Familie mit zum Beispiel 2 Kindern sicher auch, wenn der Kofferraum reicht.

 


Werbung, unbeauftragt!
Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt wurde!
Das Testauto wurde von Mazda Österreich zur Verfügung gestellt.


#1000roadstodrive #drivetogether #skyactivex

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