Samnaun (rät. Samignun) ist eine politische Gemeinde im Kreis Ramosch, Bezirk Inn, am Ostrand des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus den fünf Fraktionen Compatsch, Laret, Plan, Ravaisch und Samnaun. Samnaun ist Zollausschlussgebiet.

Durch die geographische Lage bedingt, führte bis 1905 die einzige Zufahrtsstrasse über österreichischen Boden. Deshalb wurde Samnaun Schweizer Zollausschlussgebiet. Am Grenzübergang steht nur der österreichische Zoll. Der zollfreie Einkauf in Samnaun lohnt sich vor allem für Benzin, Zigarren, hochwertige Spirituosen, Kosmetikwaren, Schmuck, Butter, Zucker und Parfüm. Das Dorf ist nebst den Winterattraktionen auch deshalb sehr bekannt und zu einer Touristenattraktion geworden. Touristen aus der Schweiz müssen Waren, welche die Freigrenzen überschreiten, beim Grenzübertritt in Martina deklarieren und verzollen.


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Die Lieferanten müssen die Ware bei der Einfuhr nach Samnaun nicht verzollen und können diese entsprechend günstiger an die einheimischen Wiederverkäufer weiterverkaufen. Allerdings erhebt die Gemeinde eigene Abgaben, die jedoch wesentlich tiefer liegen als die schweizerischen Zollsätze. Eine Klage gegen diese Abgaben wurde vom Schweizerischen Bundesgericht abgewiesen.

Bei der Einführung der schweizerischen Mehrwertsteuer zum 1. Januar 1995 wurde die Abschaffung des Zollfreistatus von Samnaun diskutiert. Aufgrund eines Gutachtens, das die Gemeinde bei der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich in Auftrag gegeben hatte, und das die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in dieser strukturschwachen Gegend aufgezeigt hat, und weil der Zollfrei-Tourismus dann vermutlich nach Livigno abgewandert wäre, wurde der Zollfreistatus zwar beibehalten, aber die schweizerische MwSt. mit einem Normalsatz von derzeit 7,6 % und den ermäßigten Sätzen von 3,6 % für Hotels und 2,4 % für Lebensmittel, Bücher usw. wurde auch in Samnaun eingeführt. Um nicht Millionen von Franken in den Bau neuer Zollanlagen investieren zu müssen, werden die Erträge in Höhe einstelliger Millionenbeträge geschätzt und von der Gemeinde aus den Erträgen aus den Abgaben auf Zollfrei-Produkte pauschal an die Eidgenössische Steuerverwaltung in Bern abgeführt. Im Gegensatz dazu wird im nicht weit entfernten italienischen Zollfreigebiet Livigno keine MwSt. erhoben.

Route und Text: Georg Bauer

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