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Der Jaufenpass (italienisch Passo di Monte Giovo, aus dem lateinischen Iugum Iovis, also Jupiter-Pass) ist ein Gebirgspass in Südtirol, Italien. Er verbindet auf einer Höhe von 2.094 m s.l.m. das Passeiertal bei St. Leonhard in Passeier mit dem Wipptal bei Sterzing (Brennerstraße). Die Straße ist sehr kurvenreich, hat 20 Kehren und eine Länge von 39 km.

Der Jaufenpass ist der nördlichste inner-italienische Alpenpass und die kürzeste Verbindung zwischen Meran und Sterzing. Er verbindet die Sarntaler im Süden und die Stubaier Alpen im Norden. Umgeben wird der Pass von den Bergen Jaufenspitz (2.481 m) und Saxner (2.359 m) sowie von dem breiten Ratschingstal.

In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Verbindung erhielt der Jaufenpass seine Straße erst relativ spät, nämlich kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges. Bis dahin nutzte man für den Passverkehr den alten und steilen Saumweg. Anders als die heutige Straße führte dieser etwas weiter westlich, dennoch nutzt auch die Autostraße zum Teil die alte Route, indem sie ebenfalls nicht durch das Jaufental zum Pass ansteigt, sondern über einen Jaufenwald genannten Höhenrücken zwischen Jaufental und Ratschingerbach führt. Anders als der steile Anstieg aus dem Jaufental ermöglichte diese Trassenführung einen relativ leichten Anstieg, der sich auch bei der Autostraße darin zeigt, dass auf der Nordrampe deutlich weniger Kehren und Brücken notwendig sind als auf der Südrampe.

Der Jaufen wurde wohl schon in der Steinzeit recht rege von Jägern begangen; Funde, die man an einem breiten Bergkamm machte, der zwischen der heutigen Straße und dem alten Jaufenweg liegt, zeugen einwandfrei davon. Auch später vergaß man den Übergang nicht, und die Verbindung wurde weiterhin benutzt – so auch in der Bronzezeit, wie der Fund eines Beils aus dieser Zeit, der im Jaufental gemacht wurde, es belegt.

Schon früh wurde der alte Pfad von den Römern ausgebaut, mutmaßlich sogar noch einmal umfangreich kurz nach dem Jahr 200. Zu dieser Zeit baute man die Brennerstraße als befahrbare Trasse aus; da sich jedoch der Ausbau der Straße durch die Eisackschlucht verzögerte, baute man als Ersatz den Saumweg über den Jaufen aus. Dieser war teilweise sogar schon gepflastert, aber allenfalls nur von zweirädrigen Karren befahrbar. Mit Eröffnung der Straße durch die Eisackschlucht wurde der Jaufen bald nicht mehr so rege genutzt.

Route und Text: Werner Feichtlbauer

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