Touren fahren

Im letzten Artikel ging es um die Planung von Touren, diesmal um das Fahren in einer Gruppe.

Ich habe mich lange daran gehalten, dass die Langsameren vorne fahren sollten und die Flotteren am Ende der Gruppe. Wobei Gruppe natürlich ein weiter Begriff ist und ich rede da von Gruppengrößen von 5 bis 15 Autos. Bei kleineren oder größeren Gruppen gelten zum Teil andere Regel

Meine Lieblingsgruppe ist bis zu 8 Autos lang. 6 bis 7 sind im Rückspiegel meist noch ganz gut zu sehen und die Länge der Gruppe hält sich in Grenzen, so dass man auch noch gut durch Dörfer oder Städte fahren kann.

Ich habe die Regel (langsam vorn, schnell hinten) komplett über den Haufen geworfen, weil es immer wieder ein wenig Stress in den Gruppen gab. Der hält mich auf, der andere hetzt mich und so weiter. Das kam aber daher, dass die flotteren lieber schneller gefahren wären als es die langsameren zugelassen haben. Solche Situationen schaukeln sich dann auf, bis irgendwann nur mehr belehrt wird und der eine oder andere frustriert ist.

Fahren die Flotten aber vorn und die Langsameren hinten nach, entstehen diese Probleme erst gar nicht und es bleibt ruhiger in der Gruppe.

Ich muss das aber präziser beschreiben – vorn schnell, hinten langsam funktioniert natürlich nur, wenn auch andere Gruppenregeln lückenlos eingehalten werden. Zum Beispiel die Regel, dass man beim Abbiegen immer auf den Hintermann warten muss. Nicht soll, sondern muss! Woher soll der Hinterherfahrende wissen in welche Richtung es bei einer Kreuzung geht oder welche Ausfahrt bei einem Kreisverkehr zu nehmen ist. Darum – immer auf den Hintermann achten.

Daraus ergibt sich fast zwangsläufig, dass sich die Gruppe zwischen den tollen Streckenabschnitten eher wie eine Einheit bewegt. Man hat immer Sichtkontakt zum Nachfahrenden. Auf den wunderbaren Strecken (Pässe, Kurvengeschlängel, …) reißt dann der Kontakt ab, aber das sind dann Streckenteile auf denen man eh nicht falsch fahren kann. Sollte wider Erwarten doch eine Abzweigung kommen, dann muss wieder gewartet werden.

Auf diese Art wurde das Fahren in der Gruppe wesentlich entspannter und spaßiger! Einfach mal probieren – es zahlt sich aus.

Eine andere Regel nach der ich fahre ist, dass wir bei Ortsdurchfahrten möglichst zusammen bleiben. Ich sage oft – wie ein Zug verkuppelt. Wenn die Abstände zwischen den Autos innerorts zur groß werden, lädt das den Querverkehr ein in die Lücke zu fahren und es besteht die Gefahr, dass die Gruppe zerreißt. Das funktioniert natürlich nur bis zu einer bestimmten Gruppengröße. Mit 30 Autos ist das sicher nicht mehr möglich, da muss man sich anders behelfen. Warten bei einer Kreuzung ist dann unbedingt notwendig.

Wir fahren auch immer mit Funkgeräten. Wenn möglich in jedem Auto eines. Das hilft zum Teil bei der Navigation und beim Zusammenbleiben und kann auch beim Überholen sehr hilfreich sein.

und hier wieder offen uns weit

An sich fahre ich beim Überholen, ähnlich wie Biker, solange in der linken Spur, bis der Hintermann nachkommt oder Gegenverkehr auftaucht. Dieses Links bleiben signalisiert den anderen, dass die Strecke frei ist. Setzt aber auch Verantwortungsgefühl und Vertrauen voraus!
Genauso ist es mit der Funkunterstützung beim Überholen. Ich sage dem Hintermann, dass die Strecke frei ist und auch, dass Verkehr kommt. Aber nur solange ich mir 100% sicher sein kann, dass die Strecke wirklich frei ist. Bei Querstraßen oder Parkplatzausfahrten sage ich lieber nichts, weil ich da nicht sicher sein kann. Ich bin mir auch sicher, dass sich schon so mancher andere Verkehrsteilnehmer an die Stirn gegriffen hat, als wir ihn überholt haben.

Es ist mir auch sehr wichtig, dass wir kooperativ fahren und uns selbst und anderen das Leben leichter machen. Das heißt zum Beispiel, dass wir schnellere vorbei lassen und ihnen auch beim Überholen helfen. So haben wir es in der Hand, wann das in welcher Form passiert und es bleibt ungefährlich. Genauso, wie wir uns gegenseitig helfen – beim Überholen, beim Abbiegen, kurz immer, wenn Unterstützung notwendig ist. Auch dazu haben wir die Funkgeräte dabei.

Das sind natürlich keine Gesetze oder Dogmen – es sind einfach Empfehlungen aus fast 10 Jahren Tourplanung und -durchführung. Ich bin auch dankbar für Anregungen.

Eines sollten wir auch nie vergessen – es ist unsere Freizeitbeschäftigung und kein Kampf oder Rennen. Kühlen Kopf bewahren, sich nicht provozieren lassen und auch nicht provozieren und das Leben ist leichter.

Mit diesen wenigen Regeln, ein wenig Hausverstand und gutem Willen steht netten Touren nichts mehr im Weg. Außer der aktuellen Jahreszeit – wann wird es Frühling???


#1000roadstodrive #roadstertouren #roadtrip #drivetogether

7Kommentare

  • Dirk Dankert sagt:

    Schöne Aufstellung👍
    Beim Überholen lasse ich gerne zusätzlich zum weiter links fahren den linken Blinker an wenn frei ist. Ist zwar irgendwie doppelt angezeigt, aber ich finde es vertrauensfördernd😃

    • Gerhard Riedl sagt:

      Danke! Mache ich eigentlich auch so. Links bleiben und links blinken, damit sollte alles gesagt sein 😉 Wenn dann mal 1-2 überholt haben, mache ich auch noch Ansagen per Funk.

  • JAN HUMBLE sagt:

    I always hated driving in a column. Why not use a half decent GPS? Less than €200 buys you a programmable one. You want to stay glued to each other’s bumper and see nothing of the scenery? Please do. You want to drive solo and catch up with the rest at the next stop? Use the GPS. Both spend a happy day!

  • Sunracer sagt:

    Gute Zusammenfassung! Bis auf die Funkgeräte (wollen wir bewußt nicht) fahren wir so seit 1999 durch die Gegend!

    • Gerhard Riedl sagt:

      Warum wollt ihr keine Funkgeräte? Ich bin mir sicher, dass ihr dafür gute Gründe habt und bin neugierig.

      • Sunracer sagt:

        Für mich persönlich: ich bin ein konzentrierter Fahrer, unterhalte mich auch wenig mit meiner Frau 😉 oder singe im Auto. Dann verstehe ich die Ansagen auch schlecht und zu guter letzt müßte ich ja auf meine Musik im Auto verzichten. Meine Frau versteht die Ansagen auch schlecht, außerdem macht sie die Fotos während unserer Touren.
        Aber auch sonst gab es bis jetzt keinen aus unserer Gruppe, der sich mit Funkgerät anfreunden konnte.

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